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Berichte : Stadtführung Esslingen
am 17.05.2010 20:50 (86 x gelesen)
frech, frivol und furchtlos - Stadtführung Esslingen am 14. April 2010


Wir (27 Frauen) fuhren mit der S-Bahn nach Esslingen und warteten vor der St. Dionys-Kirche auf unsere Stadtführerin.
Dann kam eine total aufgelöste Marketenderin angerannt und hielt eine kleine Schatztruhe krampfhaft fest. Darin war wertvoller Schmuck! Sie war gerade überfallen worden und konnte sich zu uns retten.
Bei dem alten schmucken Gebäude der Sektkellerei „Kessler“ ging die Tour dann los. Gleich um die Ecke am Eingang zur St. Dionys-Kirche kam uns ein völlig runtergekommener Mönch entgegen. Er schlug seine Thesen an die Kirchentür und verlor dabei ein kleines, delikates Briefchen von seiner Liebsten. Nachdem er uns noch anbettelte zog er weiter.
Wir gingen anschließend zu einem kleinen Klosterhof und weiter zum Schwörhof. Er war bis zum Ende der Reichsstadtzeit (1802/03) „Schauplatz“ von Schwörtagen und ist es heute wieder. Hier trafen wir auf einen Mönch der uns Ablassbriefe verkaufen wollte. Durch den Kauf eines Ablassbriefes sollte uns das Fegefeuer erspart bleiben. Aber wir sind keine sündigen Frauen und brauchten keinen Ablass. Nach einem Segen mit der Klobürste zogen wir weiter.
Neben dem „Alten Rathaus“ stiegen wir in einen alten Keller hinab und wurden von einem Gastwirt empfangen der uns einen Kräuterschnaps spendierte. Der nur mit Kerzen beleuchtete Keller bot sich geradezu an um Geschichten und Begebenheiten zu hören. An uns Weibsleuten ließ der Wirt nichts Gutes.
Wir zogen weiter und hörten von den Hübschlerinnen, die früher an ihrer gelben Kleidung zu erkennen waren. Von uns trug niemand gelb! Die damaligen Bäder wären für uns auch nichts gewesen.
Unterwegs trafen wir auf einen Bettler und Wegelagerer. Er sah ziemlich heruntergekommen aus und bekam auch einige Geldstücke, denn er hatte fast nichts auf dem Leib und das bei der Kälte. Ein verwegener Edelmann verteidigte uns dann noch mit dem Degen gegen den Wegelagerer.
So entkamen wir dem Bösen, die Marketenderin behielt ihre Juwelen und wir hatten einen amüsanten Abend erlebt.
Zum gemeinsamen Essen kehrten wir dann noch im „Schwanen“ ein und kamen gegen 22.30 Uhr wieder in Schwaikheim an.

Annelies Krusch

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